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 20. November 2019 - Blogartikel von Sandra Gnoth und Roland Schmidkunz

KVP Methoden – Allein das Werkzeug führt noch nicht zur Reparatur

Das Geheimnis exzellenten Services liegt in der Kontinuität. Die kontinuierliche Verbesserung ist dabei die Kerndisziplin. Der Arbeit „am System" muss die notwendige Priorität beigemessen werden, um bei der Arbeit „im System" Top-Ergebnisse zu erzielen. Bevor jedoch willkürlich Regeln oder Methoden implementiert werden, sollten gängige KVP Werkzeuge betrachtet werden. Die folgenden drei Methoden sind Best-Practice-Beispiele:

1) PDCA – Plan, Do, Check, Act
Der sogenannte Deming-Kreis ist die einfachste Methode zur kontinuierlichen Verbesserung. Nach dem Erkennen von Handlungsbedarf, bspw. durch gehäufte Kundenbeschwerden, wird der betroffene Prozess zunächst in der Plan-Phase neu konzipiert und anschließend in der Do-Phase getestet. In der Check-Phase wird überprüft, ob und wie der Prozess die gewünschten Ergebnisse verbessert. Der Rollout des neuen Prozesses erfolgt in der Act-Phase. Die Arbeitsschritte des PDCA-Zyklus sind ineinander verschachtelt, wiederholen sich oft und geben eine grundsätzliche Orientierung für Prozessverbesserungen, die auf dem Wissen/ Instinkt der Mitarbeiter basiert.

2) DMAIC - Define, Measure, Analyse, Improve, Control
Der DMAIC-Zyklus geht eine Stufe „tiefer" und ist analytischer aufgebaut. In der Define, Measure und Analyse Phase werden messbare Ziele definiert, prozessrelevante Daten erhoben und die Ursachen der Abweichungen zum definierten Ziel analysiert. In den Phasen Improve und Control geht es darum, die bestmöglichen Lösungsansätze zu identifizieren/ implementieren sowie deren Nachhaltigkeit zu überwachen.
DMAIC stellt ein sequenzielles Ablaufmodell zur Optimierung bestehender Prozesse nach der Six-Sigma-Methodik dar und setzt dabei die Messbarkeit der Prozesskennzahlen voraus. Der DMAIC-Zyklus erfordert die Eingliederung in eine Projektorganisation mit mehreren Instanzen (Lenkausschüsse, Champions, Projekt-Sponsoren, etc.).

3) KAIZEN
Kaizen ist ein Verfahren aus der japanischen Fertigungstechnik und bedeutet konsequentes Innovationsmanagement oder einfach Verbesserung (KAI = Veränderung, ZEN = zum Besseren).
Die Philosophie dahinter steht für Verbesserungen von jedem, immer und überall. Hierarchieunabhängig verantworten Mitarbeiter kontinuierlich viele kleine Veränderungen, die der sprunghaften Optimierung eines Prozesses gegenübersteht. Führungskraft und Mitarbeiter arbeiten sowohl in der Ideenentwicklung als auch in der Projektumsetzung eng zusammen und ergänzen sich in ihren Kompetenzen.
Kaizen erfordert einen kooperativen Führungsstil und entfaltet nur dann sein Potenzial, wenn das Verfahren ganzheitlich und als Managementphilosophie etabliert wird.

Alle drei vorgenannten KVP Methoden geben einen standardisierten Rahmen, der gemäß unternehmensspezifischer Besonderheiten angepasst werden muss. Am Ende bleibt jedoch die Erkenntnis, dass auch der beste ‚Werkzeugkoffer' nichts nützt, wenn dessen Inhalte falsch oder gar nicht eingesetzt werden. Eine KVP Methode im Unternehmen einzuführen, braucht Zeit. Denn es geht nicht nur darum, neue Regeln oder eine Methode anzuwenden. Vielmehr müssen alle Mitarbeiter ihre Denkweise ändern und die Philosophie verinnerlichen. Die Umsetzung ist deshalb ein längerer Prozess mit Beteiligung und Schulung aller. Dieser Aufwand wird sich aber ganz bestimmt lohnen.

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