Lost in KPIs?
Warum Führung im Kundenservice mehr Nähe zur Basis braucht

21.06.25 - Blogartikel von Sandra Gnoth & Roland Schmidkunz

Bei einem unserer Mandanten fand kürzlich ein großes Projektmeeting statt – der Kick-off eines Optimierungsprojekts im Kundenservice. Neben den Serviceverantwortlichen waren auch IT, Prozessmanagement, Steuerung und Reporting eingeladen. Ein zentraler Programmpunkt: das Mithören von echten Kundentelefonaten.

Zunächst war die Skepsis groß – volle Terminkalender, viele Mails, und eigentlich kennt man das Thema ja. Doch die Teilnehmenden nahmen sich zwei Stunden Zeit, um direkt neben Servicemitarbeitenden Gespräche mitzuhören.

Das Ergebnis war beeindruckend. Eine Vielzahl neuer Erkenntnisse kam ans Licht: Optimierungspotenziale, strategische Fragen und echte Aha-Momente. Die Energie war spürbar, es entstand echte Aufbruchsstimmung. Ein Teilnehmer formulierte es treffend: „Wie kann uns so etwas passieren? Wir arbeiten täglich am Service – und wussten nicht, was hier wirklich passiert.“ Eine andere Stimme meinte: „Wie konnten wir den Service so stark reduzieren, ohne es zu merken?“ Solche Aussagen zeigen, wie tief der Einblick war – und wie hoch die Reflexionsfähigkeit der Beteiligten.

Doch wie lässt sich verhindern, dass der Kontakt zur Basis überhaupt verloren geht? Wie bleibt man nah am Kunden und am operativen Geschehen?

1. Regelmäßige Mitarbeit im operativen Geschäft

  • Hands-on-Tage: Regelmäßig im Kundensupport mitarbeiten – per Telefon, E-Mail oder Chat.
  • Shadowing: Mitarbeitende bei Kundengesprächen begleiten.
  • Eigene Fälle bearbeiten: Gerade in komplexen Situationen oder Eskalationen.

2. Direkter Austausch mit dem Team

  • Feedbackrunden: Regelmäßige Meetings mit Fokus auf Kundenfeedback und Prozessfragen.
  • One-on-Ones: Persönliche Gespräche mit Teammitgliedern führen.
  • Anonyme Umfragen: Für ehrliches Feedback zur Servicepraxis.

3. Kundenfeedback gezielt nutzen

  • NPS/CSAT auswerten: Daten regelmäßig analysieren und aktiv nutzen.
  • Kundenstimmen lesen: Bewertungen und Beschwerden ernst nehmen.
  • Gespräche mit Kundengruppen: Direkten Austausch mit Zielgruppen suchen.

4. Nähe und Kultur stärken

  • Flache Hierarchien: Meinungen ernst nehmen und Austausch fördern.
  • Erreichbarkeit zeigen: Führung muss ansprechbar bleiben.
  • Wertschätzung ausdrücken: Erfolge im Kundenservice sichtbar machen.

5. Technologie als Brücke nutzen

  • CRM & Helpdesk aktiv nutzen: Auch aus Führungsperspektive einsteigen.
  • Tools selbst testen: Chatbots und Self-Service wie ein Kunde erleben.

6. Fortbildung & Wissen teilen

  • Workshops mit dem Team: Nicht nur moderieren, sondern mitgestalten.
  • Trends beobachten: Kundenservice verändert sich – dranbleiben ist Pflicht.

Verlieren Sie sich auch manchmal im Zahlenwald? Dann ist es vielleicht Zeit, den Fokus wieder zu justieren – hin zur echten Kundennähe und einem Service, der nicht nur auf dem Papier funktioniert.

Sprechen Sie mit uns darüber, wie Sie operative Nähe, strategische Steuerung und moderne Technologien sinnvoll miteinander verbinden können. Telefonisch oder über unsere Kontaktseite: Kontakt

Übrigens: In unserem Podcast „How to Customer“ sprechen wir regelmäßig über moderne Kundenbetreuung, echte Serviceerlebnisse und aktuelle Herausforderungen in der Praxis. Reinhören lohnt sich! Link zum Podcast

< zurück zur Übersicht
powered by webEdition CMS